Cannes 2017

„Quartett Bestial“ von Jacques Rouffio

Der brillante Chirurg Pierre Losseray erleidet einen Herzinfarkt und kann seinen Beruf für längere Zeit nicht ausüben. Auch bei seiner Rückkehr braucht er Ruhe, und so zieht er in ein kleines Dorf abseits der Großstadt, um dort eine Privatklinik zu betreiben. Schon bald strömen von überall her Patienten, die sich von ihm behandeln lassen wollen. Das Patriarchat des regionalen Brézé-Clans wird so auf ihn aufmerksam, denn dieses betreibt in der Gegend ebenfalls eine Reihe von Privatkliniken, denen nun die Patienten ausbleiben. Pierre wird durch die Schikanen der Brézés immer weiter unter Druck gesetzt, doch er gibt sich nicht geschlagen. Er stellt Nachforschungen an und erfährt, dass sein Vorgänger, der ebenfalls begnadete Mediziner Berg, sich während seiner Zeit in Pierres Klinik vor 15 Jahren das Leben genommen hat. Pierre ist wie besessen vom Schicksal des Arztes. Er geht zurück an die Arbeit, und prompt setzen die Schikanen der Brézés wieder ein… Jacques Rouffio erzählt nach wahren Begebenheiten einen packenden Thriller über die skrupellosen Praktiken einer Familie, die ihre Vormachtstellung um keinen Preis aufgeben möchte. Das Dorf als Austragungsort der Auseinandersetzung zwischen dem Clan und Pierre ist ein verschwiegener, verschworener Mikrokosmos – ein Organismus, der Pierre wie einen Fremdkörper abstößt und langsam in den Wahnsinn treibt. Besonders überzeugend sind die Leidensgenossen Pierre und Dr. Berg, dargestellt von Michel Piccoli und Gérard Depardieu.

Besetzung und Stab

Regie: Jacques Rouffio
Drehbuch: Georges Conchon, Jean-Louis Chevrier, Jacques Rouffio
Kamera: Andréas Winding
Schnitt: Geneviève Winding
Musik: Philippe Sarde
Produktion: Belstar Productions, Films 66, TIT Filmproduktion GmbH, Jet Films
Produzent/-in: Leon Sanz

Mit: Michel Piccoli (Dr. Pierre Losseray)
Gérard Depardieu (Dr. Jean-Pierre Berg)
Jane Birkin (Jane Berg)
Marina Vlady (Muriel Losseray)
Michel Auclair (Dr. Mathy)
Monique Melinand (Madame Giret)
Charles Vanel (Brézé)
Coline Serreau (Madame Mauvagne)

Frankreich, Deutschland, Spanien: 1975