Cannes 2017

„Leviathan“ von Andrey Zvyagintsev

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Kolya lebt als Automechaniker im ebenso rauen wie schönen Norden Russlands. Sein Haus mit Blick auf eine Bucht der Barentssee gehört seit Generationen der Familie. Anders als seine junge, zweite Frau Lilya würde er nie erwägen, fortzuziehen – auch wenn das Leben hier von Armut, rostenden Industriebauten und ständigem Arrangieren mit der Staatsgewalt geprägt ist. Doch im skrupellosen Bürgermeister Vadym Shelevyat hat Kolya einen unangenehmen Feind. Mit allen legalen und illegalen Mitteln versucht dieser, sich Kolyas Grundstück anzueignen. Kolyas letzte Hoffnung ist sein Freund Dmitriy, ein Jurist aus Moskau, der belastendes Material gegen den Politiker in Händen hält. Doch Dmitriy unterschätzt, wie weit ein einflussreicher Provinzfürst das Recht in dieser abgelegenen Region zu seinen Gunsten beugen kann – vor allem, wenn er mächtige Verbündete hat. Das klare, kühle Licht des Nordmeers, das beeindruckende Meeresstimmungen und Stillleben von gestrandeten Walskeletten zaubert, steht im Film im größtmöglichen Kontrast zur Handlung, die ein Schlaglicht auf den undurchdringlichen Sumpf aus korrupter Politik, willfähriger Justiz und orthodoxer Kirche wirft.

Warum es sich lohnt, „Leviathan“ anzusehen:

 

Besetzung und Stab

Regie: Andrey Zvyagintsev
Drehbuch: Andrey Zvyagintsev, Oleg Negin
Kamera: Mikhail Krichman
Schnitt: Anna Mas
Musik: Andrey Dergachev, Philip Glass
Produktion: Non-Stop Productions
Produzent/-in: Sergey Melkumov, Alexander Rodnjanskij

Mit: Aleksey Serebryakov (Nikolay/Kolya)
Elena Lyadova (Lilya)
Vladimir Vdovichenkov (Dmitriy)
Roman Madyanov (Bürgermeister Vadym Shelevyat)
Anna Ukolova (Anzhela)
Aleksey Rozin (Pasha)

Russland: 2014