Kurzfilm-Preis

Interview mit Jan Koester zu „Eine Villa mit Pinien“

Jan Koester über seinen Film:

Der Vogel ist ein bisschen leichtgläubig. Er vertraut ein bisschen zu schnell. Zum Schluss, wenn er dann seine lebenswichtige Maske endlich zurückbekommt, zeigt sich sozusagen, dass er zurecht vertraut hat, aber das wusste er im Endeffekt vorher nicht. Für mich ist Vertrauen immer eine Instinktfrage, was auch etwas sehr Schönes ist.“

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„In 'Eine Villa mit Pinien' steckt, glaube ich, auch ein bisschen eine eskapistische Sehnsucht drin, mit dieser verführerischen Musik und dieser schrägen Phantasiewelt, in der sie alle irgendwie verschwinden könnten, wenn sie nicht aufpassen.“

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„Als ich noch ein Kind war, haben wir uns in der Familie viele eigene Geschichten erzählt. Und ich habe das nie so richtig verloren. Manchmal habe ich eine Idee und ich weiß dann gar nicht, wo die herkommt. Aber ich weiß, dass sie richtig ist. Es ist ein bisschen wie Träumen. Es ist ein sehr unbewusster künstlerischer Prozess. Aber es hat gleichzeitig sehr viel Persönliches.“

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„Bei den Tiermasken war mir vor allem wichtig, dass sie keine Tarnung sind. Sondern die Figuren eigentlich ihre Identität auf ihrem Kopf mit sich herumtragen. Denn eine Maske kann ja etwas sein, wohinter man sich versteckt, aber hier ist es mehr ein Teil von den Figuren.“

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„Ich hatte den Film irgendwann schon mal halb fertig, und dann haben wir quasi noch einmal neu angefangen. Wir haben insgesamt fünf Jahre an dem Film gesessen. Wobei ich währenddessen 50% der Zeit an anderen Projekten gearbeitet habe. Gerade der dramaturgische Prozess war bei dem Film sehr schwierig. Wir haben um die 140 Drehbuchfassungen geschrieben. Vielleicht war es so schwer, weil es auch so eng verstrickt mit mir selbst war.“

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„Der Film ist sehr naturalistisch auf der Bildebene. Aber das einzige, was echt geblieben ist, sind die Papiermasken. Beim Dreh haben die Schauspieler tatsächlich die Masken getragen. Vor allem habe ich erst hinterher erfahren, dass man nichts sieht, wenn man die Masken aufhat. Die Schauspieler waren super, die sind teilweise auch damit über den Hof gerannt. - Alles andere habe ich mit Aquarellfarbe übermalt, wodurch es gut zusammenwächst. Die Hintergründe sind teilweise Fotos in Gegenden von Berlin oder auch frei ausgedacht. Die Schauspieler haben wir gefilmt und dann jeden zweiten Frame gemalt. Es waren um die 2000 Seiten Malerei. Der Film war anfänglich auch nicht so lang geplant.“

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„Mit Festivals sind wir gerade erst in den Startlöchern. Hamburg war unser Premieren-Festival. Sonst wissen wir, dass der Film im Dezember auf einem Festival in Japan laufen wird. Aber es kommt jetzt alles erst in Bewegung “