Stummfilme auf ARTE

"Der müde Tod" von Fritz Lang - Montag, den 15. Februar um 23h55

Der müde Tod/Les trois lumières von/de Fritz Lang

Drei gute Gründe, sich "Der müde Tod" (noch einmal) anzusehen

 

 

Der Film ‚Der müde Tod - ein deutsches Volkslied in 6 Versen‘ ist eine freie Adaption des deutschen Märchens vom Gevatter Tod, der einem jungen Mann die Chance gibt, den Tod zu besiegen. Fritz Lang erweiterte dieses Motiv um ein weiteres, kinotaugliches - Ist Liebe stärker als der Tod? - und  spielt dieses Motiv in drei Episoden durch, in denen eine junge Frau ihren Geliebten vor dem Tod zu retten versucht.

Der müde Tod entstand nach dem Ersten Weltkrieg gedreht und gilt als Reflexion auf die Traumata des Kriegsgeschehens. Er verbindet romantische Motive in der Rahmengeschichte mit stupenden Trickaufnahmen in den Episoden. Heute zählt DER MÜDE TOD zur Liste der filmhistorisch wertvollen und förderungswürdigen Filme des Deutschen Kinemathekenverbunds.

Grundlage für die digitale 2K-Restaurierung des Films ist ein Negativ des Museum of Modern Art in New York, das mit Material verschiedener Archivkopien ergänzt wurde. Die verlorenen Einfärbungen der Szenen wurden anhand zeitgenössischer Verleihkopien anderer Decla-Produktionen der gleichen Periode simuliert.

Der Regisseur Fritz Lang (1890 – 1976)

Fritz Lang zählt zu den deutschsprachigen Regisseuren, die auch international hohes Renommee genießen. Filme wie METROPOLIS (1927), M (1931) oder DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE (1932) sind Klassiker der Filmgeschichte und heute noch  im kollektiven Gedächtnis verankert.

Fritz Lang

Fritz Lang

Lang startete seine Karriere in den 1920er Jahren bei Decla-Film, seine Stummfilme entstanden in Zusammenarbeit mit seiner damaligen Ehefrau Thea von Harbou. 1933 emigrierte Fritz Lang erst nach Frankreich, dann nach Hollywood/USA. Hier zählte er zu einer Reihe von europäischen Regisseuren, die es verstanden, ihre eigenen Themen (bei Lang u.a. Schuld, Verstrickung, Tod) geschickt mit der amerikanischen Realität zu verschmelzen, z.B. bei FURY (1936) und THE BIG HEAT (1953). Auch wenn sein Erfolg in der Emigration abnahm, prägte Fritz Lang wie kaum ein anderer deutscher Regisseur die Filmgeschichte mit seinen ästhetischen und technischen Innovationen.

LIVE Premiere auf den Berliner Filmfestspielen am Fr. 12.02.2016, 17:00h, Friedrichstadt-Palast Berlin
Koproduktion von ZDF/ARTE, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Deutschlandradio Kultur

Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang
Kamera: Fritz Arno Wagner (venezianische, orientalische und chinesische Episode), Erich Nitzschmann (altdeutsche Episode), Hermann Saalfrank (altdeutsche Episode)
Schnitt:Fritz Lang
mit
Bernhard Goetzke:Tod / Gärtner El Mot / Bogner des Kaisers
Lil Dagover: Mädchen / Kalifenschwester Zobeide / Mona Fiametta / Tiao Tsien
Walter Janssen: Bräutigam / Franke / Francesco / Liang
Rudolf Klein-Rogge: Derwisch / Girolamo

Musik (2015): Cornelius Schwehr / Auftragswerk von ZDF/ARTE
Einspielung: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB)
Dirigent: Frank Strobel
Produktionsleitung: Christian Schwalbe
Redaktion: Nina Goslar
Filmrestaurierung: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden