Cannes 2016

"Der Junge, der rückwärts lief" von Thomas Vinterberg - 7 Tage online anschauen

Le garçon qui marchait à reculons

Am Geburtstag der Mutter spielen Andreas und sein großer Bruder Mikkel für die Gäste einen Sketch. In ausgelassener Stimmung und Heiterkeit wird dies ein großer Erfolg. Am Tag danach verunglückt Mikkel auf dem Weg zur Schule tödlich. Sein kleiner Bruder kann dieses Ereignis nicht begreifen und versucht mit allen Mitteln seiner Phantasie, die Zeit zurückzudrehen. Wenn er nun, anstatt vorwärts zu gehen, rückwärts liefe, wäre es dann möglich, das Geschehene ungeschehen zu machen?

Thomas Vinterberg zeichnet mit „Der Junge, der rückwärts lief“ ein sensibles Porträt eines trauernden Kindes und schildert auf glaubhafte Weise die erschütterte Welt eines Neunjährigen. Die Trauer um den Bruder wird hier in all ihrer Härte wiedergegeben, da Andreas sich entschieden - aber auch aussichtslos - gegen die Endgültigkeit der Katastrophe wehrt.

„Der Junge, der rückwärts lief“ erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. bei den Kurzfilmfestivals in Clermont-Ferrand und Brest. Thomas Vinterberg, Jahrgang 1969, arbeitete schon zwischen 1986 und 1989 als Regieassistent und produzierte seinen ersten Film für das Fernsehen, „Sneblind“. Anschließend besuchte er die dänische Filmschule und erhielt für seinen Abschlussfilm 1993 den Jurypreis beim Internationalen Filmfest der Hochschulen in München und den ersten Preis beim Hochschulfestival in Tel Aviv. Im Jahr darauf drehte er „Der Junge, der rückwärts lief“. Einem größeren Publikum wurde Vinterberg durch seinen Dogma-Film „Das Fest“ von 1998 bekannt.

 

Credits

Drehbuch: Thomas Vinterberg
Produzentin: Brigitte Hald
Regie: Thomas Vinterberg

Mit: Holger Thaarup, Rune Veber, Michelle Bjørn-Andersen, Christian Hjejle