Cannes 2017

„Der erstaunliche Monsieur Piccoli“ von Yves Jeuland

L'extravagant monsieur Piccoli

Das breite Publikum liebt ihn, und doch war er immer wieder in Autorenfilmen zu sehen: die französische Kino-Ikone Michel Piccoli. Er gehört zu den begnadeten Schauspielern, die mit Mimik und wenigen Gesten überzeugen. Exzentrisch und experimentierfreudig schlüpft Piccoli in seiner 70-jährigen Karriere bei Theater, Film und Fernsehen immer wieder in neue Gewänder. Ob als leidenschaftlicher und romantischer Liebhaber, eiskalter Mörder oder verzweifelter Künstler – Piccoli hat unzählige Rollen gespielt, zuletzt den Papst in Nanni Morettis „Habemus Papam - Ein Papst büxt aus“. Er gab häufig den Typ des kultivierten Großbürgers, hinter dessen gut aussehender Fassade Abgründe und Geheimnisse lauern. „Piccoli ist der einzige Schauspieler, der aussieht wie Don Juan, aber auch Dreckskerle spielt“, sagte Claude Sautet einmal über Piccoli. Piccoli ist der Sohn einer Musikerfamilie italienischer Herkunft. Sein Vater war Violinist, seine Mutter Pianistin. Nach einem Schauspielstudium folgten Auftritte an verschiedenen Bühnen und ab 1960 Filme mit Stars wie Brigitte Bardot, Romy Schneider und Regisseuren wie Alfred Hitchcock, Luis Buñuel und Jean-Luc Godard. „Der erstaunliche Monsieur Piccoli“ beleuchtet die Laufbahn des Schauspielers anhand der Werke von Luis Buñuel, Marco Ferreri und Claude Sautet. Die drei Cineasten, die das Kino der 70er und 80er Jahre revolutionierten, waren enge Freunde und filmische Wegbegleiter Piccolis. Die Dokumentation von Yves Jeuland zeigt Archivaufnahmen und Ausschnitte aus Klassikern und Skandalfilmen, wie etwa „Das große Fressen“ oder „Themroc“. Das Porträt beschreibt einen großartigen Künstler, der immer auf der Suche nach neuen Abenteuern war, der sein Publikum immer wieder mit seinen Gewagtheiten, Farcen und Extravaganzen überraschte.

Besetzung und Stab

Regie: Yves Jeuland

Frankreich: 2015