Dokumentarfilm

CineKino: Belgien

Belgisches Kino, das sind zwei Filmkulturen, die frankophone und die flämische. Beide höchst produktiv, doch selbstbewusst verschieden. Insofern ist „Zwei“ die belgische Zahl. „CineKino Belgien“ widmet sich ihren Facetten.

Jaco van Dormael, dessen „Toto der Held“ in den 90er Jahren ein internationaler Arthaus-Erfolg wurde, erinnert an den Vater des modernen belgischen Films, André Delvaux, und dessen in beiden Sprachen realisierte Filme des magischen Realismus. Van Dormaels jüngster Film, „Das brandneue Testament“, steuert zudem die Szene zum belgischen Humor bei.

Dem populären flämischen Film gelten die Kapitel zur Premiere von Eric van Looys „Loft“ und zur Oscar-Nominierung von Felix von Groeningens „Broken Circle Breakdown“. 1,2 Millionen Zuschauer sahen „Loft“, mithin etwa ein Fünftel aller Flamen und von Groeningens Film gewann den Panorama-Publikumspreis bei der Berlinale, Hauptdarstellerin Veerle Baetens den Europäischen Filmpreis.

Für das sozialkritische frankophone belgische Kino stehen die Dardenne-Brüder wie kaum jemand sonst. Schauplatz ihrer Filme ist dabei immer wieder Seraing, ihre Geburtsstadt. Mehr als nur eine Location: ein Protagonist der Filme, der Ort, der Europas Zukunft zeigt. Darin agiert, in „Der Junge mit dem Fahrrad“, Cécile de France, Star des belgischen, französischen, internationalen Kinos.

Die Regisseurin Chantal Akerman führt in berührenden Archivaufnahmen durch ihr Brüssel-Porträt „Eine ganze Nacht“, einem Reigen erotischen Begegnungen und Aufbrüche.

Und schließlich darf für Belgien, Land der Comics, eine Persönlichkeit nicht fehlen: Tintin, dessen „Tim und Struppi“-Abenteuer mehrfach Filmstoff wurden. Und auch nicht die Szene, die „Louisa, ein Wort der Liebe“ für immer einen Ort im belgischen Filmgedächtnis sicherte.

Besetzung und stab

Regie:Matthias Luthardt

Land:Deutschland

Jahr:2016