Filmmagazine

Christian Petzold

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Christian Petzold drehte im Jahr 2000 seinen ersten Kinofilm "Die innere Sicherheit" (2000) und gehört seither zu den führenden Regisseuren der „Berliner Schule“. In "Barbara" (2012) erzählt er die Geschichte einer ostdeutschen Chirurgin, die in den frühen Achtzigern versucht, in den Westen zu fliehen. Auch sein Film Phoenix (2014) handelt wieder von deutscher Nachkriegsgeschichte – und der unmöglichen Liebe zwischen einem Deutschen und einer Jüdin.

 

Für uns hat Christian Petzold den traditionellen Blow-up-Fragebogen beantwortet.

 

 

Christian Petzold, bitte wählen Sie...

… eine Eröffnungsszene :

Eine Eröffnungsszene, die ich mir häufig ansehe, stammt aus Rächer der Unterwelt von Robert Siodmak. Sie bleibt der Kurzgeschichte von Ernest Hemingway treu, während der Rest des Films frei erfunden ist.

 

... eine schauspielerische Leistung:

Treat Williams in Prince of the City von Sidney Lumet. Um sein Gewissen zu erleichtern, redet er eine ganze Nacht lang über Korruption. Als der Morgen anbricht, hat er fast keine Stimme mehr.

 

… eine Stimme:

Die von Matt Damon in Steven Soderberghs Contagion, als er vom Tod seiner Frau erfährt. Erst nickt er nur, aber schließlich fragt er mit kindlicher Stimme: „Kann ich jetzt meine Frau sehen?“

 

… einen Soundtrack:

Die von Georges Delerue für Die süße Haut von François Truffaut. Ich habe das Gefühl, dass es die Musik schon vor dem Film gab und die Figuren über sie in diese traurige Geschichte gelangen.

 

… einen Tanz:

Singin’ in the rain vom Stanley Donen. Gene Kelly springt in die Pfütze wie ein Kind, und der Polizist schaut ihm dabei zu. In diesem burlesken Moment steckt das ganze amerikanische Kino, von Buster Keaton bis zu Charlie Chaplin.

 

… einen Dialog:

Da gibt es Tausende… Ich wähle einen Wortwechsel zwischen Philip Marlowe und den nackten Mädchen in Robert Altmans Der Tod kennt keine Wiederkehr:

Sie: „Bringen Sie uns Kekse aus dem Supermarkt mit.“
Marlowe: „Gut, mache ich.“
Sie: „Sie sind wirklich nett, Mister Marlowe.“
Marlowe: „Aber ich bin Privatdetektiv.“

Diese Antwort ist völlig sinnlos. Sie gefällt mir sehr.

 

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